
Als Edin Dzeko Sekunden nach seinem zweiten Treffer unter tosendem Applaus den Platz verließ und von Trainer Miron Muslic umarmt wurde, schien die Schalker Welt perfekt. Mit einem 2:0 nach 72 Minuten deutete alles auf den ersten Sieg der Rückrunde der 2. Fußball-Bundesliga hin. "Vielleicht dachten wir alle, dass das reichen könnte", sagte der Doppelpacker rund eine halbe Stunde und zwei Gegentreffer später. "In dieser Liga reicht das nicht."
Nach den beiden Ausgleichstreffern in seiner Abwesenheit und dem 2:2 gegen Abstiegskandidat Dynamo Dresden büßte Schalke nur wenige Stunden später durch Darmstadts 4:0-Erfolg über den 1. FC Kaiserslautern auch die Tabellenführung ein. "Eine Mannschaft, die zehn Gegentore in der Hinrunde bekommen hat und jetzt schon sechs in der Rückrunde in drei Spielen - das ist ein bisschen zu viel", resümierte Dzeko, nun ältester Doppelpacker des deutschen Profifußballs, die enttäuschende Lage.
Zwei Gegentreffer in Dzekos Abwesenheit
Dzekos Auswechslung schien der Mannschaft im ausverkauften Stadion regelrecht den Stecker zu ziehen. Die Stärken aus der famosen Hinrunde, die in Gelsenkirchen Hoffnungen auf den Aufstieg weckten, sind im neuen Jahr nahezu verschwunden. Besonders die plötzliche Abwehrschwäche bereitet Sorgen. "Die Instabilität ist nicht unser Anspruch", sagte Coach Muslic nach der fünften sieglosen Partie in Serie.
Auch der Rekord als mit 39 Jahren ältester Startelfspieler der 2. Bundesliga konnte Dzeko über die verloren zwei Punkte nicht hinwegtrösten. "Heute bin ich nicht zufrieden, denn wir wollten das Spiel gewinnen. Aber wir müssen weiter arbeiten und mehr geben. Man sieht, das reicht noch nicht", sagte der prominente Winterneuzugang aus Bosnien. Trotz der persönlichen Bestmarken überwog die Enttäuschung über die verpassten Punkte.
Auch der frühere Darmstadt-Coach schwärmt
Doch was dem einen Leid ist, war für den anderen Freud. Die SV Darmstadt nutzte Schalkes Patzer und übernahm durch den klaren Sieg gegen Kaiserslautern die Tabellenführung. Man habe definitiv den ersten Aufsteiger gesehen, sagte Kaiserslauterns Trainer Torsten Lieberknecht bei seiner erstmaligen Rückkehr ans Böllenfalltor seit seinem Abschied als Lilien-Coach im September 2024.
Trotz der eroberten Tabellenführung ließen sich die Darmstädter nicht aus der Reserve locken. "Unser Rezept ist, bei uns zu bleiben. Das hat uns bisher gutgetan. Wir bleiben in unserem Einflussbereich", sagte Sportdirektor Paul Fernie nach dem furiosen Auftritt gegen völlig überforderte Lauterer. Die Glückwünsche zum Klassenerhalt mit 41 Punkten nahm er mit einem Schmunzeln entgegen.
Auch Florian Kohfeldt bremste die Euphorie. "Ich kann schon Tabellen lesen. Aber momentan ist die größte Stärke dieser Mannschaft, dass sie sich ab dem nächsten Tag auf Braunschweig konzentriert. Das ist das alles Entscheidende", sagte der 98er-Coach. Er gehe aber mit einem breiten Grinsen nach Hause. "Alles andere wäre gelogen. Geiles Spiel, geile Energie von allen. Es war richtig cool. Das war sehr in Ordnung", lobte der 43-Jährige.
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an [email protected]. +++
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