
Trotz jahrelangen Missbrauchs lässt die Französin Gisèle Pelicot wieder Glücksgefühle bei sich zu. "Heute erlaube ich mir, glücklich zu sein. Ich habe ein Recht darauf", sagte Pelicot in der ARD-Sendung "Maischberger". "Man darf nicht vergessen: Das Leben ist vergänglich. Deshalb darf man auch nicht vergessen, glücklich zu sein."
Als Opfer einer Vergewaltigung durchlebe man extreme Einsamkeit. "Ich kann es gut verstehen, wenn Opfer sich nicht trauen, Anzeige zu erstatten, sogar, wenn sie Beweise haben. Aber sie dürfen auf keinen Fall ihr Selbstvertrauen verlieren, denn das wäre eine doppelte Strafe."
Gisèle Pelicot war von ihrem damaligen Mann über knapp zehn Jahre immer wieder mit Medikamenten betäubt, missbraucht und Fremden zur Vergewaltigung angeboten worden. 2024 wurde ihr Ex-Mann zu 20 Jahren Haft verurteilt. 50 zumeist wegen schwerer Vergewaltigung mitangeklagte Männer verurteilte das Gericht zu Haftstrafen zwischen 3 und 15 Jahren.
"Ein Prozess gegen die Feigheit"
"Es war ein Prozess gegen die Feigheit und gegen das Leugnen. Genau das strahlten diese Männer aus.", sagte Pelicot. "Vergewaltigung war für diese Männer kein Verbrechen."
Gisèle Pelicot wurde durch ihr entschiedenes Auftreten und ihre Entscheidung, den Prozess nicht hinter verschlossenen Türen zu führen, in Frankreich zum feministischen Vorbild. Im Februar erschienen Pelicots Memoiren "Eine Hymne auf das Leben".
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an [email protected]. +++
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